ARBEITSSCHUTZ BEI HITZE: WIE SCHÜTZT MAN SICH RICHTIG ?

Dachdecker auf dem Dach

Gute Wetterbedingungen sind ideale Voraussetzungen für Arbeiten im Freien. Doch bei den sommerlichen Temperaturen darf nicht vergessen werden, dass die Hitze und die UV- Strahlungen dem Körper sehr zu schaffen machen. Laut Stiftung Deutsche Krebshilfe erkranken jedes Jahr 270.000 Menschen an Hautkrebs. Insbesondere Menschen, die im Freien arbeiten und viel in der Sonne sind, gelten als gefährdet. Im Sommer ist der Arbeitsschutz bei Hitze für Arbeitgeber und Arbeitnehmer das A und O.

Mache dich fit für den Sommer und erfahre in diesem Artikel, wie du dich und deine Mitarbeiter mit den richtigen Schutzmaßnahmen gegen Hitze, gesund durch die Sommermonate bringst.

ARBEITSSCHUTZ BEI HITZE: WELCHE BERUFSGRUPPEN SIND BETROFFEN?

Seit 2015 gilt Hautkrebs als anerkannte Berufskrankheit. Es gehört also zur allgemeinen Arbeitssicherheit dazu, dafür zu sorgen, dass die Mitarbeiter angemessen aufgeklärt und geschützt werden.

Gefährdet sind prinzipiell alle, die sich regelmäßig hoher UV-Strahlung aussetzen, egal ob berufs-, freizeit- oder urlaubsbedingt. Alle die sich mehrere Stunden draußen in der Sonne aufhalten, sollten sich vor UV-Strahlungen besonders schützen.

Folgende Berufsgruppen sind vor allem betroffen:

  • Arbeiter der Bauwirtschaft,
  • Dach- und Fassadenbauer,
  • Zimmerer-, Straßenbauer,
  • Betonbauer, Dachdecker, Maurer,
  • Arbeiter im Gartenbau,
  • Angestellte der Land-, Tier- und Forstwirtschaft 

SCHÄTZE DIE RISIKEN RICHTIG EIN

Vielen ist nicht bewusst, dass das Gesundheitsrisiko steigt, je heller die Haut und je intensiver die UV Strahlung ist. Besonders gefährlich sind daher die ersten heißen Tage, wenn die Haut noch ungebräunt vom Winter ist. Wir unterschätzen oftmals die Sonne und dessen Auswirkungen auf den Körper. Das Problem: UV-Strahlen sind für uns unsichtbar und ihre Wirkung spüren wir erst, wenn es bereits zu Schäden gekommen ist. Vorsorge und Sonnenschutz bei der Arbeit sind daher unverzichtbar.

GESUNDHEITLICHE FOLGEN

Auf lange Sicht verursacht eine übermäßige Sonnenstrahlung vorzeitige Hautalterung, Pigmentstörungen, Faltenbildung, Bindegewebsschäden, Augenschäden und Hautkrebs. Hautkrebs ist die häuftigste Krebsart in Deutschland.

WICHTIG

Gesundheitliche Probleme wie Sonnenstich, Hitzeerschöpfung und Hitzschlag müssen unbedingt ernst genommen werden. Symptome, wie z.B. Kopfschmerzen, Übelkeit, Fieber, Erbrechen, Schwindel und Bluthochdruck sind die Folge.

Neben den akuten Sympomen wie Kopfschmerzen, ist es ratsam, sich vor den schwerwiegenden Folgen der UV-Strahlung im Rahmen der Arbeitssicherheit zu schützen. 

SCHUTZMAßNAHMEN

Ob auf der Baustelle, bei der Gartenarbeit oder im Freibad, bei intensiver Sonneneinstrahlung ist konsequenter Schutz das oberste Gebot. Der Sonnenschutz bei der Arbeit ist eine der wichtigsten Herausforderungen in den Sommermonaten. 

Das im Arbeitsschutz verbreitete und anerkannte TOP-Prinzip gilt auch hier: Der optimale Schutz ist die Kombination technischer, organisatorischer und persönlicher Schutzmaßnahmen.

1. TECHNISCHE SCHUTZMAßNAHMEN 

  • Unterstellmöglichkeiten, Überdachungen sowie die Verwendung von Abdeckungen, Sonnenschirmen, Pavillons, Sonnensegeln aus UV-absorbierenden Materialien
  • geschlossene, überdachte und klimatisierte Fahrzeugkabinen

2. ORGANISATORISCHE SCHUTZMAßNAHMEN

Zwischen 11 und 16 Uhr ist in der Regel die UV-Strahlung der Sonne am Höchsten und am Gefährlichsten. Durch geschickte Arbeitsplanung kann die UV-Belastung bei Arbeiten im Freien reduziert werden.

  •  direkte Sonne meiden
  • Außenarbeiten nach Möglichkeit im Schatten erledigen
  • Pausen den Belastungen anpassen, und vorzugsweise im Schatten verbringen
  • Arbeitszeiten in die kühleren Morgenstunden vorverlegen
  • Tätigkeiten wechseln oder Arbeiten auf mehrere Beschäftigte verteilen

3. PERSÖNLICHE SCHUTZMAßNAHMEN

  • Die Devise lautet: Kleidung schützt besser, als jede Sonnencreme. Ideal sind luftige, helle Klamotten aus Polyester, Nylon oder Seide. Achte bei spezieller Sonnenkleidung auf die Kennzeichnung des jeweiligen UV-Schutzes.
  • Eine Kopfbedeckung ist für den Sonnenschutz bei der Arbeit ein absolutes Muss. Durch den passenden Hut schützt man sich nicht nur vor direkter Sonneneinstrahlung, man sorgt zudem dafür, dass man einen kühlen Kopf bewahrt und vermeidet so das Risiko eines Sonnenstichs. In Bereichen, wo Helme getragen werden, gibt es Varianten mit Nackentuch.
  • Das Tragen von qualitativ hochfertigen Sonnenbrillen ist unverzichtbar. Beim Kauf einer Brille, sollte auf zertifizierte Kennzeichnungen geachtet werden. Brillen mit der Kennzeichnung DIN EN ISO 12312-1E und dem Standard “UV-400“ zertifiziert sind, entsprechen diesen Voraussetzungen.
  • Die letzte persönliche Schutzmaßnahme vor UV-Strahlung ist die Sonnencreme. Diese sollte großzügig und rechtzeitig aufgetragen werden. Alle zwei Stunden sollte etwas nachgecremt werden. Sonnenschutzpräparate sind eine ergänzende Maßnahme zu den vorher genannten. Im Idealfall setzen Freiarbeiter so wenig Haut wie möglich der direkten Sonneneinstrahlung aus.

RECHTLICHE GRUNDLAGEN

Im Rahmen des Arbeitsschutzes sind Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet, Beschäftigte mindestens einmal im Jahr über Hautschutzmaßnahmen bei der Arbeiten im Freien zu informieren. Zudem muss laut Gesetz eine Gefährdungsbeurteilung erstellt werden.

Die folgenden Maßnahmen sollten vom Arbeitgeber ergriffen werden:

  1. Geeigneten technischen und organisatorischen Sonnenschutz bei der Arbeit ermöglichen.
  2. Bereitstellung einer persönlichen Schutzausrüstung:
    1. spezielle Schutzkleidung
    2. Sonnenschutzbrillen
    3. Kopfschutz
    4. Sonnenschutzmittel
    5. gesunde und erträgliche Raumtemperatur

GENERIERTE ARBEITSSICHERHEIT

Die jährliche Schulung der Mitarbeiter über den Sonnenschutz bei der Arbeit, können sich Arbeitgeber mit dem Einsatz einer digitalen Lösung erleichtern. Diese bietet ihnen zahlreiche Vorteile bei der Arbeitssicherheitsunterweisung. So können sie sicher gehen, dass jeder Mitarbeiter rechtzeitig, über alle aktuellen Informationen verfügt. 

Die digitalen Dokumente lassen sich mit nur wenigen Klicks aktualisieren und anpassen, damit immer auf die neusten Arbeitsschutzbestimmungen zurückgegriffen werden kann. Im Umgehende können Arbeitgeber auf behördliche Änderungen reagieren. Schulungen müssen nicht mehr persönlich stattfinden. Alle Mitarbeiter haben durch eine digitale Anwendung jederzeit und von überall Zugriff auf die Informationen. 

Arbeitgeber können für ihre Angestellten eine digitale Checkliste anlegen, die sie verpflichtend durchgehen müssen, um sich über den Sonnenschutz bei der Arbeit zu informieren. So lassen sich auftretende Informationsdefizite innerhalb des Unternehmens auf ein Minimum reduzieren. Ob alle Mitarbeiter die Schulung durchgeführt haben, lässt sich einfach über das digitale Tool kontrollieren. Über Push-Nachrichten kann dein Team über Änderungen im Arbeitsschutz informiert werden.

Die Vorteile einer mobilen App und Desktopsoftware für den Arbeitsschutz im Überblick:

  • einfache Bedienung der Anwendung über Tablet oder Smartphone
  • jederzeit und überall einsetzbar
  • einfache Aktualisierung der Informationen
  • aktualisierte Informationen sind sofort abrufbar und liegen jedem Mitarbeiter vor, der sie benötigt
  • Digitale Dokumentation des Arbeitsschutz- und Gesundheitsschutz einfach rechtskonform umsetzbar

Mit der richtigen Ausstattung und zuverlässigen Informationen zur Hand können die sonnigen und heißen Tage ruhig kommen, ohne dass sich Arbeitgeber und Mitarbeiter große Sorgen um den Schutz der Gesundheit machen müssen – so weit die Schutzmaßnahmen auch eingehalten werden.

0 Shares:
Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You May Also Like