CASE STUDY: QUALITÄTSSICHERUNG IN DER MILCHINDUSTRIE

Man with smartphone

Im Durchschnitt gibt es in Deutschland jeden zweiten Tag eine behördliche Lebensmittelwarnung. Oft sind die Ursachen Krankheitserreger, wie Salmonellen oder Listerien, sowie Fremdkörper aus Metall, Kunststoff oder Glas.

Abgesehen von den gesundheitlichen Risiken für die Konsument*innen sind Rücknahmen und Rückrufe mit erheblichen Kosten und Imageverlusten fürs Unternehmen verbunden. Gute Gründe, der Qualitätssicherung mit allen möglichen Maßnahmen den Rücken zu stärken.

In diesem Gastbeitrag schildert Florain Frankl, Head of Quality bei der MILEI GmbH, welche drei Säulen der Milchindustrie mit einer digitale Lösung besser umgesetzt werden können.

SÄUGLINGSNAHRUNG & QUALITÄTSFÜHRER

Die MILEI GmbH ist ein Hersteller von Proteinpulver auf Basis von Süßmolke und Magermilch. Die Produkte sind zum Beispiel Bestandteile der Rezepturen von Fitness-Produkten (z.B. WPC 80) oder Babynahrung.

Ein sensibler Kundenkreis und Produkte bei denen die Kunden eine lange Haltbarkeit erwarten. Da sind Kompromisse in Sachen Qualität keine Option. Die Nutzung von Software und Apps, bei denen nicht die Werkzeuge, sondern die Qualität der Ergebnisse im Vordergrund stehen, hat deshalb für uns oberste Priorität

Das ist einer der Gründe, warum wir nicht nur Papierdokumente digitalisieren, sondern auch von einer bisher genutzten App eines Marktbegleiters auf die App von Lumiform umgestellt haben.

Auf diese Weise können wir drei der wichtigsten Säulen unserer Qualitätssicherung mit großem Erfolg komplett digital und über mehrere Abteilungen hinweg realisieren:

I. DIE VORFÄLLE

Einer der wichtigsten Aspekte in der Qualitätssicherung ist die Umsetzung von Maßnahmen. Egal, ob es um Reparaturen, Reinigungsarbeiten oder die Umsetzung von Projekten geht. Wer macht was bis wann? Viele digitale Anwendungen scheitern hier an zwei elementaren Punkten:

  1. Wie können Aufgaben schnell und einfach zugewiesen und abgearbeitet werden?
  2. Wie kann man den Überblick behalten, was Status und Abarbeitungsgrad betrifft?    

Die „Vorfälle“ in der Lumiform App sind für uns die ideale Lösung. Denn sie erlauben beides in sehr intuitiver Art und Weise. Tatsächlich hatten wir bis zur Umstellung eine Excel-Liste, in der sich über 12 Monate über 3.000 Aktionen angesammelt haben – allein für interne Reparaturaufträge!

Nun können Produktion, Qualitätssicherung und Instandhaltung Hand in Hand an der Abarbeitung mitwirken und es ist immer ersichtlich, wer für eine Aufgabe verantwortlich ist.

II. HYGIENE-INSPEKTIONEN

Unser Produktionsstandort erstreckt sich über fünf Stockwerke und ist in vier verschiedene Hygienezonen untergliedert. Um die Hygieneanforderungen sicherzustellen, führt das verantwortliche Team für Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement tägliche Rundgänge durch.

Jedes Teammitglied ist einmal pro Woche für einen anderen Bereich verantwortlich und dokumentiert mittels Lumiform auf dem iPad die Abweichungen und hält die Nachweise per Foto fest. So kommen in einem Jahr über 300 Hygiene-Inspektionen zusammen.

Auch aus diesen Rundgängen ergeben sich wieder Vorfälle, wenn es darum geht, die gefundenen Mängel schnell abzuarbeiten.

Das „alte Verfahren“ bestand darin, mit Klemmbrett und Digitalkamera durch die Räume zu laufen, die Findings in eine Excel-Tabelle und die Fotos in eine Power-Point-Präsentation einzufügen. Danach wurde alles per Mail an den Verteiler mit 30 Kontakten versendet.

Das alles geht nun mit der digitalen Lösung von Lumiform über ein Gerät und einem Workflow – ganz ohne Systembrüche. Nur an unserer WLAN-Verfügbarkeit in der Produktion müssen wir noch arbeiten. Es ist aber auch möglich, die Inspektionen erst einmal offline durchzuführen und später, bei einer bestehenden Internetverbindung, zu synchronisieren.

III. GLASBRUCH-REGISTER

Niemand will gerne Glas oder splitterbaren Kunststoff in einem Hygienebetrieb haben. Manche splitterbaren Gegenstände lassen sich technisch jedoch nicht vermeiden. Diese Teile müssen dann in angemessenen Abständen kontrolliert werden.

In unserem „Splitterregister“ – gebräuchlicher als „Glasbruch-Register” oder „Glascheckliste“ bezeichnet – sind über 5.000 Teile enthalten. Unter anderem Bedienelemente, Knöpfe (z.B. Not-Aus-Schalter), Manschetten und die Deckenbeleuchtung.

Im „alten Verfahren“ wurden die Listen über das Dokumentenmanagementsystem gepflegt, ausgedruckt und von den Mitarbeiter*innen abgearbeitet. Bei Tausenden von Teilen über 5 Stockwerke verteilt stellt sich nicht selten die Frage: Wo genau war das nochmal?

In der Lumiform App wird dies ideal gelöst: In die Glasbruch-Prüfung sind Fotos von den Einbauorten enthalten, die auch zeigen, wie der Gegenstand unbeschädigt auszusehen hat. Das hilft allen Beteiligten sehr und verhindert, dass etwas vergessen oder „interpretiert“ werden kann.

Die Möglichkeit, Abhängigkeiten festzulegen, ist ein weiteres großes Plus: Wenn einmal etwas zu Bruch gegangen ist, können je nach Nähe des Gegenstandes zu den Produkten angepasste Aktionsketten gestartet werden:

Muss das Produkt gesperrt werden? Wurde der Bereich abgesperrt, gesäubert, kontrolliert und wieder freigegeben? Wer hat wann diese Aktionen durchgeführt?

Und auch hier kommen wieder die „Vorfälle“ ins Spiel. Die Reparatur kann geplant und die Rückmeldung zum möglichen Austausch kann mit allen Verantwortlichen geteilt werden.

INTUITIVE ANWENDUNGEN SIND DIE ZUKUNFT

Es wurde bereits eingangs erwähnt: Bei vielen digitalen Anwendungen ist man den Großteil der Zeit damit beschäftigt, das System zu verstehen und zu bedienen. Nicht selten kostet das außer Zeit auch Nerven.

Seit Lumiform ist das in vielen Bereichen nun anders: Das Team kümmert sich um die Prozesse, Hygiene und das Produkt. Die App unterstützt uns dabei optimal – und sieht darüber hinaus auch noch gut aus!

Nachdem wir diese vorgestellten, kritischen Anwendungen mit der Lumiform App realisieren konnten, sind für uns fast keine Situationen denkbar, in der wir dieses System nicht einsetzen können.

Arbeitssicherheit, Wareneingangsprüfungen und Versandprüfungen vor dem Warenausgang von externen Lägern aus sind nur einige Beispiele für das, was wir in den nächsten Monaten mit diesem System umsetzen wollen.

Die Konsument*innen stehen dabei immer im Fokus – nicht das Werkzeug.

Über den Gastautor: Florian Frankl                  

Florian brennt für  das Thema Qualitätsmanagement, dass zeigt er als Personal Trainer sowie Blogger und Podcaster unter der Marke Q-Enthusiast. Außerdem ist er Head of Quality bei der MILEI GmbH, einem Hersteller von milch- und molkebasierten Basisprodukten für Lebensmittel und Säuglingsnahrung.   

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