DESINFEKTION AM ARBEITSPLATZ: WAS DU HEUTE ÄNDERN KANNST

Work Desk

Wurde der Trend zum Desinfektionsfläschchen mit Sparkle-Bananen-Geruch in der Handtasche in den letzten Jahren als übertriebener Hygienezwang empfunden, so gehört er heute zum alltäglichen Repertoire. Hygieneschutzmaßnahmen ziehen sich inzwischen durch sämtliche Bereiche unseres Lebensalltags, sind gesetzlich vorgegeben und werden empfohlen. Das Missachten von Richtlinien in profitorientierten Großkonzernen ist eine ernsthafte Gefährdung des Arbeitsschutzes sowie der Gesundheit des einzelnen Mitarbeiters und seines sozialen Umfelds, wie derzeit beim Tönnies-Skandal in Gütersloh gut zu beobachten ist. 

7 TIPPS FÜR DIE DESINFEKTION AM ARBEITSPLATZ

Die Deutschen verbringen durchschnittlich 41 Stunden pro Woche an ihrem Arbeitsplatz. So ist es nicht verwunderlich, dass vor allem Hygienevorgaben für den Arbeitsschutz von tragender Bedeutung sind. Während dieser Zwischenphase, in welcher der Coronavirus ein unsichtbarer Begleiter bleibt, kannst du als Arbeitnehmer mit den folgenden 7 Tipps die Desinfektion am Arbeitsplatz optimieren: 

1. Wischen vs. Sprühen!

Die Desinfektion von Oberflächen durch einfaches Sprühen ist unzureichend. Das Reinigungsmittel sollte großflächig aufgetragen und durch Wischbewegungen gut verteilt werden. Problematisch ist am Sprühen auch, dass die kleinen Tröpfchen in die Atemwege gelangen können und dadurch schleimhautschädigend wirken.

2. Reinigen, dann desinfizieren

Eine herkömmliche und regelmäßige Reinigung von Oberflächen mit Wasser und Seife oder anderen tensidbasierten Mitteln sollte weiterhin zuerst erfolgen um grobe Verschmutzungen, wie Flecken und Staub zu beseitigen. Zusätzlich sollte danach eine spezielle Desinfektion mit einem Mittel erfolgen, welches als sogenanntes Biozidprodukt gilt. Dabei sollte unbedingt auf die angegebene Dosierung des Produkts geachtet werden.

3. Das richtige Produkt

Die sogenannten Biozidprodukte können meist durch bestimmte Schlagwörter von herkömmlichen Mitteln unterschieden werden. Achte auf folgende Begriffe auf der Verpackung:

  • „Antibakteriell“
  • „Bakterientötend“
  • „Einzigartige antibakterielle Formulierung“
  • „Tötet Bakterien/zahlreiche Keime“ und Begriffe mit gleicher Bedeutung
  • „Virentötend“ und Formulierungen mit gleicher Bedeutung
  • „Antiviral“ und Begriffe mit gleicher Bedeutung
  • „Wirksam gegen das Coronavirus“
  • „Wirksam gegen das Grippevirus H1N1“

Über den Link des Verbunds für Angewandte Hygiene, kurz VAH, kannst du außerdem eine Liste mit allen geeigneten Desinfektionsmitteln einsehen. Kommt es zudem zu Engpässen für derartige Artikel, wird ein Produkt mit mindestens 62% Ethanol oder einem vergleichbaren Propanol-Gehalt empfohlen.

4. Hochfrequentierte Oberflächen

Es ist wichtig, die häufig benutzten Bereiche am Arbeitsplatz zu identifizieren und auf Basis dessen Maßnahmen einzuführen. Bei Sanitäranlagen sollten beispielsweise rund um die Uhr Desinfektionsmittel zur Verfügung stehen. Achte deshalb verstärkt auf die folgenden Oberflächen:

  • Türklinken
  • Lichtschalter
  • Wasserhähne und Waschbecken
  • Toiletten
  • Seifenspender
  • Fahrstuhlknöpfe
  • Arbeitsplatten und jegliche Tischplatten
  • Telefone
  • Keyboards
  • Touchscreens
  • Fensterklinken 

5. Im Infektionsfall

Sollte sich in deinem Unternehmen ein Corona-Fall bestätigen, ist es neben der Kontakt-Rückverfolgung wichtig, den Arbeitsbereich der Person bis zu 72 Stunden abzusperren, da dies die maximale Zeit ist, in welcher Erreger auf Plastik- und Kunststoff-Oberflächen überleben können. Anschließend sollte gründlich gereinigt und desinfiziert werden. 

6. Hoch die Hände!

Trotz des viel diskutierten Themas der Händedesinfektion kommt es immer wieder zu Unstimmigkeiten. Hier also nochmals die Basics für dich und deine Mitarbeiter: Das Desinfektionsmittel kann nur wirkungsvoll sein, wenn es auf der gesamten Hautoberfläche einwirken kann. 

Die vollständige Verteilung sollte schrittweise erfolgen, also zuerst die Innenseite, dann der Handrücken und Fingerzwischenräume. Schließlich sollte eine kleine Menge in der Handinnenfläche gesammelt werden, um die Fingerspitzen zu benetzen, da Schmutz und Erreger unter dem Nagelrand optimal gedeihen können. Eincremen nicht vergessen!

7. Gemeinschaftliche Sensibilisierung

Jegliche Vorsichtsmaßnahmen sind nur halb so wirkungsvoll, wenn du nicht auch deine Mitarbeiter für die Hygienevorschriften sensibilisierst. Lege fest, dass jeder Mitarbeiter seinen Arbeitsplatz vor Beginn und nach der Arbeitszeit gründlich und gewissenhaft reinigt. Achte darauf, dass der Mindestabstand eingehalten wird und ändere wenn nötig die Raumverteilung, damit dies gewährleistet ist. 

Ist kein Mindestabstand möglich, so setze Atemschutzmasken ein, welche du deinen Mitarbeitern zur Verfügung stellen solltest. Achte auch darauf, dass die Seifenspender stets gut gefüllt sind und platziere auf den Toiletten und an den Eingängen Händedesinfektionsmittel. 

HYGIENEMAßNAHMEN PROFESSIONELL UMSETZEN 

Bei der Standardisierung von Hygienekonzepten für dein Unternehmen geht es um das Festlegen, Umsetzen sowie Kontrollieren von Maßnahmen. Empfehlungen und Gesetze müssen je nach Infektionsrate immer wieder geprüft und angepasst werden. Dies erfordert eine professionelle und effektive Vorgehensweise, um Arbeitsprozesse und Strukturen optimal umzusetzen. 

Im täglichen Arbeitsflow ist es derzeit entscheidend den Überblick über alle Anforderungen zu behalten, was umständlich sein kann. Papierbasierte Protokolle, Checklisten und Berichte über die regelmäßige Desinfektion und Hygienechecks erschweren unter den gegenwärtigen Bedingungen zusätzlich, allen Vorschriften gerecht zu werden. 

Hier bietet sich der Umstieg auf eine digitale Technologie an, die zeitsparend ist, effizient arbeitet und Papier spart. So gestaltest du die Hygienechecks in deinem Unternehmen schnell und ohne lästigen Papierkram. 

Die Vorteile für dein Unternehmen auf einen Blick:

  • einfache Bedienung der Anwendung über Tablet oder Smartphone
  • jederzeit und überall einsetzbar
  • Formulare lassen sich systemseitig jederzeit an die Bedürfnisse deines Unternehmens sowie aktuelle Änderungen der Bundesländer anpassen
  • Daten sind sofort abrufbar, wenn sie von Behörden benötigt werden
  • Daten werden automatisch gebündelt und als Bericht erstellt
  • Digitale Dokumentation einfach rechtskonform umsetzbar

Gerade hinsichtlich der aktuellen Skandale in der Fleischindustrie ist es wichtiger denn je, die Hygienerichtlinien für das Arbeitsschutzgesetz nicht nur einzuhalten, sondern auch angemessen zu protokollieren. Eine gemeinschaftliche Zusammenarbeit und das richtige Know-how für die Desinfektion sind ein wichtiger Schritt, nicht nur für die Virusbekämpfung, sondern für die sicherheitsorientierte, würdevolle und partnerschaftliche Beziehung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

0 Shares:
Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You May Also Like